Beschluss der Naturschutzverbände

Birgit Lutzer wird neues Jagdbeiratsmitglied im Kreis GT

Die anerkannten Naturschutzverbände BUND NRW, LNU und NABU NRW entsenden Birgit Lutzer vom BUND Kreis Gütersloh ab Ende April als Vertreterin in den Jagdbeirat des Kreises Gütersloh. Ihre Amtszeit läuft fünf Jahre. Die Entscheidung fiel vor einigen Tagen.

Mit dieser Personalie verfolgen insbesondere die hiesigen BUND-Mitglieder das Ziel, den konstruktiven Dialog zwischen Naturschutz, Jägerschaft und Verwaltung zu stärken. Denn den vergangenen Wochen hatte eine Social-Media- und Presseaktion der Kreisgruppe gegen Treibjagden eine intensive öffentliche Debatte ausgelöst. Die Diskussionen wurden emotional geführt und fanden sowohl in der Region als auch im Internet große Resonanz. Der Kreishegeringleiter hatte das Steinhagener Vorstandsmitglied Lutzer daraufhin in einem Zeitungsartikel zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. 

Heftige Debatten um Jagd, Hundeausbildung und Tierschutz

Sie erklärt: „Die Diskussionen zeigen, wie emotional und kontrovers das Thema Jagd wahrgenommen wird.“ Aktuelle Berichte – etwa über eine Schliefenanlage in Lemgo, in der Füchse zu Trainingszwecken von Jagdhunden durch ein Tunnelsystem getrieben werden – hätten die Gräben zwischen Tierschützern sowie Teilen der Jägerschaft weiter vertieft. „Viele Menschen sehen solche Praktiken wegen des Tierleids kritisch, während andere sie als normalen Teil ihrer Jagdausübung verstehen.“ Diese unterschiedlichen Sichtweisen führten immer wieder zu Konflikten. Was die Jagdhundeausbildung im Kreis Gütersloh betrifft, setzte die Umweltschützerin sich telefonisch mit dem Obmann Jagdgebrauchshundewesen der Kreisjägerschaft Gütersloh in Verbindung. Sie berichtet: „Seiner Auskunft nach werden hier die Jagdhunde ohne direktes Einbeziehen von Wildtieren zum Beispiel mit künstlich ausgelegten Fährten ausgebildet.“ 

Persönlicher Austausch als Chance

Lutzer hält gerade bei aufeinanderprallenden Positionen den direkten persönlichen Kontakt für besonders wichtig: „Sich mit allen Akteuren an einen Tisch zu setzen, einander kennenzulernen und die unterschiedlichen Perspektiven auszutauschen, ist aus meiner Sicht der richtige Weg.“ Der Jagdbeirat biete dafür eine geeignete Plattform. „Dort kommen Vertreter aus Verwaltung, Jägerschaft, Naturschutz und weiteren gesellschaftlichen Gruppierungen zusammen. Sie beraten über Fragen rund um Jagd, Wildtierschutz und den Umgang mit natürlichen Lebensräumen.“

Naturschutz fachlich einbringen

Der BUND setzt sich seit vielen Jahren für einen naturverträglichen Umgang mit Wildtieren, den Schutz von Lebensräumen sowie den Verzicht auf die Tiere unnötig belastende Jagd- und Ausbildungsformen ein. Mit der Entsendung in den Jagdbeirat möchte die Kreisgruppe Gütersloh diese Anliegen künftig direkt in die fachlichen und politischen Diskussionen einbringen, denn „Naturerhalt, Tierschutz und eine verantwortungsvolle Jagdpraxis müssen zusammen gedacht und umgesetzt werden.“