251215-Treibjagden auch im Kreis GT
BUND-Kreisgruppe fordert Schluss mit dieser Jagdpraxis
Am vergangenen Wochenende fanden im Kreis Gütersloh Treibjagden auf Fasane, Hasen, Tauben und Enten statt. BUND-Landesvorstandsmitglied Birgit Lutzer erhebt die Stimme für diese und andere Tierarten, die bei Treibjagden ums Leben kommen.
Wie die Treibjagd durchgeführt wird
Bei dieser Form der Gesellschaftsjagd werden Tiere durch Treiber und Hunde aus ihren Rückzugsräumen aufgescheucht und gezielt in Richtung der Schützen getrieben. Im Anschluss spüren Hunde die verendeten sowie angeschossene, teils schwer verletzte Tiere auf. Diese Jagdform ist besonders eingriffsintensiv, da sie – anders als eine zielgerichtete Einzeljagd – Wild unterschiedlicher Arten großflächig in Bewegung setzt und erheblichen Stress für die Tiere verursacht.
Gezielte Bestandsregulierung sieht anders aus
BUND-NRW-Landesvorstandmitglied Birgit Lutzer kritisiert die Treibjagd deutlich als unverhältnismäßig. Jäger hätten diese Jagdpraxis bei Diskussionen in sozialen Netzwerken mit einer notwendigen Regulierung der Wildbestände begründet. Dieses Argument hält Lutzer für zweifelhaft. „Bei Treibjagden wird unterschiedliches Wild gleichzeitig aufgescheucht und erlegt. Wie soll unter diesen Bedingungen eine gezielte und differenzierte Bestandsregulierung geschehen?“, fragt sie.
Tierleid auf der einen Seite – fröhliches Bratenessen auf der anderen
Hinzu komme, dass die Treibjagd erhebliches Tierleid verursache. Durch die Hektik des Geschehens, die teils große Zahl beteiligter Personen und Hunde sowie das flüchtende Wild bestehe ein erhöhtes Risiko für Fehlschüsse. „Angeschossene, schwer verletzte Tiere liegen mitunter länger, bis sie endlich erlöst werden“, so Lutzer. Für die betroffenen Tiere bedeute dies Angst, Stress und unnötig langes Leiden. Dieses Leid stehe in einem krassen Gegensatz dazu, dass Treibjagden von den beteiligten Jägern oft als gesellschaftliches Ereignis verstanden und im Anschluss mit dem gemeinsamen Bratenverzehr zelebriert würden. „Dieser Kontrast zwischen massivem Tierleid und Eventcharakter ist für mich schwer erträglich“, sagt Lutzer.
Jäger versuchen, ihre Treibjagden möglichst geheim zu halten
Weiterhin problematisch ist aus ihrer Sicht die mangelnde Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit. Oft werde lediglich durch kurzfristig zuvor aufgehängte Schilder auf Treibjagden hingewiesen. Lutzer, die in Steinhagen lebt und die Jagden deshalb unmittelbar mitbekommen hat, berichtet: „Bei uns war es so, dass Spaziergänger die Schilder fotografierten und sich erst über Facebook gegenseitig informierten. Teilweise wurde Menschen die Treibjagd sogar erst dann bewusst, als sie plötzlich vor Absperrungen standen und Wege nicht mehr passieren konnten.“
BUND fordert von Jägern mehr Information und Rücksichtnahme
Diese Vorgehensweise lasse deutlich an Transparenz und Rücksichtnahme vermissen. Gerade in Landschaften, die intensiv für die Naherholung genutzt werden, sei eine frühzeitige, klare und offene Information der Bevölkerung unerlässlich. Treibjagden beträfen nicht nur Jäger und Wildtiere, sondern auch die Menschen, die diese Räume zur Erholung nutzen. Lutzer: „Die Treibjagd bedarf mehr Transparenz und einer deutlich kritischeren öffentlichen Debatte. Am besten sollten die Jäger endlich Schluss machen mit diese grausamen Jagdform."
Symbolbild, Quelle Pixabay.