250905 - Straßenbäume sind Lebensadern
Ersatz- und Neupflanzungen in Gütersloh fortsetzen
Mit großer Sorge reagiert der BUND Kreis Gütersloh auf die Entscheidung der Stadt, auf Ersatzpflanzungen für gefällte Straßenbäume zu verzichten. „Das ist in Zeiten des Klimawandels ein fatales Signal“, erklärt Anette Klee, Vorstandsmitglied des BUND-Kreisverbands. „Straßenbäume sind unsere grüne Infrastruktur: Sie kühlen die aufgeheizte Stadt, spenden Schatten, binden CO₂, filtern Feinstaub und schaffen Lebensraum für Vögel, Fledermäuse und Insekten. Wenn die Stadt hier spart, gefährdet sie langfristig die Lebensqualität aller Gütersloher.“
Mehr als Schmuck am Straßenrand
Bäume sind Schmuck am Straßenrand und gleichzeitig zentrale Bausteine der Klimaanpassung. Gerade in dicht bebauten Quartieren verhindern sie Überhitzung, senken Energiekosten und schützen die Gesundheit. „Wir verstehen den Druck knapper Personalressourcen“, so Klee weiter, „aber der Verzicht auf Nachpflanzungen ist der falsche Weg. Gefragt sind kreative Lösungen: Kooperationen mit Baumpaten, Zusammenarbeit mit Initiativen oder gezielte Umschichtungen von Mitteln.“
Gutachten bestätigen den Wert von Stadtbäumen
Auch Biologe Bernd Schüre vom BUND verweist auf vorhandene Gutachten der Stadt – etwa Klimaanpassungsbericht, Klimaschutzkonzept, Stadtklimagutachten oder Biodiversitätskonzept: „Diese Papiere machen deutlich, dass Stadtbäume für Ökologie, Stadtgestaltung und Lebensqualität unverzichtbar sind. Gütersloh muss Vorbild sein – wir brauchen statt weniger mehr Stadtbäume.“
Fatales Signal zu Zeiten des Klimawandels
Markus Lakämper, Sprecher der BUND-Ortsgruppe Gütersloh, ergänzt: „Straßenbäume sind Lebensadern unserer Stadt. Sie verbinden Klimaschutz, Lebensqualität und Artenvielfalt auf einzigartige Weise. Ein Stopp bei Ersatzpflanzungen wäre ein Rückschritt, der schwer wieder aufzuholen ist. Politik und Verwaltung sind gefordert, hier ein klares Zeichen zu setzen.“
Konsequente Nachpflanzung statt schleichender Verlust
Die Umweltschützer fordern die Stadt auf, ihre eigenen Umweltziele ernst zu nehmen und an konsequenter Nachpflanzung festzuhalten. „Sicherheit und Nachhaltigkeit müssen gleichermaßen gewährleistet sein“, betont Klee. „Für jeden gefällten Straßenbaum muss zeitnah ein neuer gepflanzt werden.“ Alles andere führe zu einem schleichenden Verlust von Stadtnatur, die kaum eine Chance habe, nachzuwachsen. „Die Menschen in Gütersloh identifizieren sich mit ihren Bäumen – wer will schon in einer grauen Betonwüste leben oder sich darin aufhalten?“ (Birgit Lutzer)