Vom gefällten Wald zu blühendem Leben
Exkursion zur Marienfelder Heide
Was passiert, wenn für eine Hochspannungsleitung ein Wäldchen gerodet wird? Was zunächst nach einem Verlust für die Natur klingt, hat in Marienfeld etwas Überraschendes hervorgebracht: eine kleine Heidelandschaft, die heute seltenen Insekten wertvollen Lebensraum bietet.
Am 15. August 2026 machten sich BUND-Mitglieder und Interessierte der Kreisgruppe Gütersloh mit dem Fahrrad vom Klimabüro in Gütersloh auf den Weg nach Marienfeld. Dort erwartete sie Josef Thomalla von der Lokalen Agenda Harsewinkel, um sie durch die „Marienfelder Heide“ zu führen.
Jahrzehntelang im Boden gewartet
Nach der Rodung kam die Heide zum Vorschein. Ihre Samen hatten vermutlich über Jahrzehnte im Boden überdauert und bekamen nun wieder Licht und Raum zum Keimen.
Heute findet man hier Heidekraut, Heidelbeeren und große Bereiche mit offenem, hellem Sandboden. Was auf den ersten Blick karg aussieht, macht den besonderen ökologischen Wert der Fläche aus.
Auch Lebensraum für viele Insekten
Vor allem der lockere, von der Sonne erwärmte Boden bietet verschiedenen Insekten geeignete Bedingungen. Einige Arten graben ihre Brutkammern direkt in den Sand. Solche offenen und ungestörten Bodenstellen sind in unserer Landschaft selten geworden – und mit ihnen die Tiere, die darauf angewiesen sind.
Heidekraut ist wertvolle Nahrungsquelle
Auch das Heidekraut spielt eine wichtige Rolle. Es bietet noch spät im Jahr Nahrung für zahlreiche Insekten. Auf der Fläche wurden bereits Arten beobachtet, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen.
Die Natur braucht menschliche Hilfe
Die Marienfelder Heide zeigt eindrucksvoll, dass Eingriffe in eine Landschaft überraschende ökologische Entwicklungen anstoßen können. Doch die Heide würde ohne weitere Eingriffe allmählich wieder verschwinden. Faulbäume, Brombeeren, junge Birken und immer wieder aufkommende Fichten würden die Fläche nach und nach erobern und beschatten.
Deshalb entfernen die Aktiven der Lokalen Agenda regelmäßig junge Gehölze und Sträucher – vorsichtig und in Handarbeit. Ihnen gilt unser besonderer Dank. Ohne ihren jahrelangen Einsatz wäre die offene Heidelandschaft vermutlich längst wieder unter Bäumen verschwunden.
Mithelfen ausdrücklich erwünscht!
Voraussichtlich im Oktober möchten Mitglieder der BUND-Kreisgruppe Gütersloh mit anpacken und die Lokale Agenda an einem Samstag bei der Pflege der Heide unterstützen. Dann heißt es: kleine Bäumchen und Sträucher entfernen und damit helfen, diesen besonderen Lebensraum offenzuhalten.
Wer Lust hat, gemeinsam mit uns anzupacken, kann sich gerne schon jetzt bei uns melden! Anmeldung bei anette.klee@bund.net