Mit dem Rad zu „Ecosphere“
Ein gemeinsamer Tag voller Inspirationen
bei bestem Sommerwetter machten sich Mitte Juli 14 gut gelaunte Radler*innen auf den Weg von Gütersloh nach Rietberg. Die Route war sorgfältig geplant und führte größtenteils abseits der großen Straßen durch eine reizvolle Landschaft. Gemeinsam begann die Gruppe den Tag mit einer wohlverdienten Pause: Gekühlte Getränke, Kuchen und frisches Obst sorgten für neue Energie und gute Stimmung. (Bericht: Anette Klee/Birgit Lutzer)
Vom Hof zur Oase: Die Vision von Dominik Schlüter
Nach dieser Stärkung übernahm Dominik Schlüter, Eigentümer und Ideengeber des Projekts „Ecosphere“, die Führung über das Gelände. Was vor zwei Jahren noch eine normale Hofstelle war, ist heute ein Ort voller Leben. Auf den Flächen wird nach den Prinzipien der Permakultur gearbeitet, und auch Familien bewirtschaften kleine Bereiche. Besonders ins Auge fällt der große Schwimmteich, der von Anfang an nicht nur ein optisches Highlight war, sondern auch die Artenvielfalt auf dem Gelände enorm gesteigert hat. Rund um den Teich blühen dank der Einsaat von regionalem Saatgut zahllose Pflanzen – ein lebendiger Farbteppich, der Insekten anzieht und Besucher*innen begeistert.
Ökologisch Bauen – Wissen teilen
Ein weiterer spannender Bereich ist der Anbau an die bestehende Scheune, der sich derzeit in Vorbereitung befindet. Dieser soll künftig vom Verein „Ecosphere“ genutzt werden, der sich vor Ort gegründet hat, um die Kulturangebote, das Flächenmanagement und die Entwicklung neuer Ideen zu koordinieren. Besonders bemerkenswert ist die Art des Bauens: Die Materialien sind recycelt oder ökologisch, auf Betonfundamente wird bewusst verzichtet. Stattdessen entsteht eine Testbaustelle für den Einsatz von Stroh und Lehm, an der sich verschiedene regionale Handwerksbetriebe beteiligen. Das Ziel ist es, Wissen weiterzugeben und gleichzeitig neue Kompetenzen zu entwickeln – ein echter Gewinn für die Region.
Ein Wald für die Zukunft
Der Rundgang endete am „Living Forest“, einer 1,8 Hektar großen Fläche, auf der ein Nahrungswald entsteht. Hier sollen Insekten, Amphibien und Vögel Nahrung und Rückzugsräume finden, während gleichzeitig ein Ort der Ruhe und nachhaltigen Lebensmittelproduktion für Menschen geschaffen wird. Zwar hat die anhaltende Trockenheit einigen jungen Bäumen zugesetzt, doch Schlüter ist zuversichtlich: Geduld und Nachpflanzungen werden den Wald in den kommenden Jahren wachsen lassen.
Abends Kulturgenuss in der Scheune
Ab 17:30 Uhr füllte sich der Hof mit zahlreichen Gästen, die zur Abendveranstaltung in der Kulturscheune angereist waren. Ein Blick in die bis auf den letzten Platz gefüllte Räumlichkeit ließ keinen Zweifel daran, dass die Vorstellung ausverkauft war. Dieser Tag hat gezeigt, wie aus einer einfachen Hofstelle ein Ort werden kann, der Kultur und Natur, Gemeinschaft und Innovation vereint. „Ecosphere“ ist mehr als ein Projekt – es ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie engagierte Menschen mit Visionen Hoffnung und Perspektiven schaffen können.